Mobilität

Mit gutem Beispiel vorangehen

Mit über 27’000 Einwohner:innen ist Rapperswil-Jona die zweitgrösste Stadt des Kantons St.Gallen. Die Gemeinde am Zürichsee prosperiert. Zum einen wird hier viel gebaut, zum anderen die bestehende Bausubstanz vorbildlich unterhalten und saniert. So auch die Spinnereistrasse. Die Stadt setzt beim Strassenbelag pionierhafte Akzente.

Risse und alte Grabenflicke in den Belägen von Strasse und Trottoir – die Spinnereistrasse war vor der Sanierung in einem schlechten Zustand. Die Stadt Rapperswil-Jona wollte die Strasse aber nicht nur erneuern, sondern nachhaltig aufwerten. Dazu gehört, dass sie auf der Höhe des historischen Fabrikgebäudes der Spinnerei das Trottoir pflästern liess. Dies um den Fussgängerbereich aufzuwerten. Gleichzeitig ersetzte die Stadt als Bauherrin die Werkleitungen der Wasserversorgung.
Die Behörden entschieden sich für einen nachhaltigen Strassenbelag aus 80 Prozent Recyclingasphalt: «Bisher nutzten wir Beläge mit einem so hohen Recyclinganteil nur für die Tragschicht von Gehwegen. Es ist das erste Mal, dass wir eine solche Mischung für einen Strassenbelag einsetzen», sagt Yanik Meier von der Stadt Rapperswil-Jona. Gemäss dem Projektleiter Infrastruktur passt der Entscheid perfekt in die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt: «Wir wollen eine sichere, funktionierende Infrastruktur und unterstützen innovative, zukunftsgerichtete Projekte», sagt Meier. «Recyclingmaterialien und generell die Nachhaltigkeit sind wichtige Pfeiler davon.»

«Wir vertrauen den neuen Technologien und glauben an das hohe Qualitätsbewusstsein des Belagsherstellers.»

Yanik Meier, Projektleiter Infrastruktur, Rapperswil-Jona

Vertrauen in den Belagshersteller
Die Spinnereistrasse ist eine stark frequentierte Schleichverkehrsroute mitten durch ein Wohnquartier mit Tempo 30-Zone. Es war bisher nicht üblich, bei so stark befahrenen Strassen eine Tragschicht mit so hohem Recyclinganteil einzusetzen. Denn die Normen schreiben ein Maximum von 60 Prozent vor. Die Stadt gehe das Risiko bewusst ein, sagt Yanik Meier: «Klar, der Belag dieser hochfrequentierten Strasse wird starken Verzögerungskräften ausgesetzt. Aber wir wollen Innovationen eine Chance geben. Wir vertrauen den neuen Technologien und glauben an das hohe Qualitätsbewusstsein des Belagsherstellers.»

Rapperswil-Jona übernimmt Pionierrolle
Die Stadt am oberen Zürichsee hat bereits das Label Energiestadt, mit dem Gemeinden ausgezeichnet werden, die sich lokal im Bereich Energie- und Klimapolitik engagieren. Nun möchte Rapperswil-Jona ihren Beitrag dazu leisten, die Kreislaufwirtschaft im Baubereich anzukurbeln. Sie will den Einsatz von Primärrohstoffen wie Kies und Sand reduzieren und ist überzeugt, dass die Forschung von ihren Erfahrungswerten profitieren kann.
Die Sanierung der Spinnereistrasse sieht Meier als Pionierleistung: «Wenn die Qualität stimmt und die Mehrkosten im Rahmen bleiben, steht dem Einsatz von Belägen mit erhöhtem Recyclinganteil bei weiteren Strassensanierungen nichts im Weg.» Das Credo von Yanik Meier: «Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen. Mit solchen Projekten können wir viel zur Kreislaufwirtschaft beitragen.»

Strassenlänge: 310 Meter
Strassenbreite: 6 Meter
Trottoirbreite: 2 Meter

Bauherrschaft: Rapperswil-Jona
Bauleitung: Frei und Krauer AG
Bauunternehmen: De Zanet AG

Baubeginn: 17. Mai 2021
Fertigstellung Belag: Sommer 2022
Kosten: 600’000 Franken

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